Über diesen Blog



Dieser Blog richtet sich an alle an Lokalpolitik Interessierten.

Fokus dieses Blogs liegt auf der anstehenden Stadratswahl in Starnberg am 19. April 2015. Besonders die Themen Tunnel und Umfahrung sollen genauer beleuchtet werden.

Die beiden Autoren sind Robert und Stephanie Schlaeger.

Wir bemühen um uns größtmögliche Neutralität, wollen aber nicht verschweigen, dass wir enge Beziehungen zu Mitgliedern der UWG haben. Unsere eigene Meinung und Empfindung werden wir ebenfalls an dieser Stelle kundtun.

Kommentare sind immer erwünscht und unterhalb jedes Beitrags möglich, auch Anonym und ohne Anmeldung, wenn so gewollt.

Anregungen oder Kommentare können auch an mich direkt per Email geschickt werden. Unter RobertSchlaeger (at) gmail.com.



Freitag, 27. März 2015

Fragen zu den vorgeschlagenen Alternativen für den B2-Tunnel

Eines Vorweg: Ich habe mich einigermaßen umfassend mit verschiedenen Alternativen für den B2-Tunnel beschäftigt und mich bemüht so viele Informationen wie möglich zusammenzutragen.

Ich möchte an dieser Stelle weder für den B2-Tunnel Werbung machen, noch die Umfahrungsbefürworter in schlechtes Licht rücken!
Allerdings kamen mir bei meiner Recherche einige Fragen zu der Realisierung der Umfahrungsalternativen.
Egal welche der 11 vorgeschlagenen Umfahrungen (Link zur Machbarkeitssudie der 11 Varianten) man betrachtet. Die Meisten führen durch FFH-Gebiet und dieses ist durch EU-Recht vor (Straßen-)Baumaßnahmen geschützt. (siehe dazu Bundesnaturschutzgesetz §34 ff.) Im Leitfaden zur FFH-Verträglichkeitsprüfung im Bundesfernstraßenbau steht geschrieben, dass FFH-Gebiete nur in gesonderten Ausnahmen und wenn keine zumutbaren Alternativen vorliegen, bebaut werden dürfen. Ausnahmen von dieser Regel unterliegen strenger Reglementierung und müssen äusserst gut begründet sein.

Nun meine Fragen an alle Tunnelgegner:
- In wie weit ist der geplante B2-Tunnel keine zumutbare Alternative? Insbesondere, da durch die geplanten Umfahrungen Naturschzugebiete betroffen sind. Sowohl durch bauliche Maßnahmen, als auch durch Abgasbelastungen, die sich über weite Flächen verteilen, sowie möglichen Unfällen mit Schadstoffbeladenen LKW?

- Welche Ausgleichflächen sind vorgesehen um die betroffenen FFH-Gebiete zu ersetzen, sollten sie bebaut werden dürfen.

- Werden die Anwohner der geplanten Umfahrung (welche Alternative bevorzugt wird ist unerheblich) durch den Verkehr nicht zusätzlich belastet und welche Maßnahmen werden dagegen getroffen?

- Inwieweit sind die Wasserschutzgebiete betroffen? Eine angesprochene NordOst-Umfahrung zum Beispiel führt durch mindestens ein Wasserschutzgebiet mit einem Trinkwasserbrunnen der die Stadt Starnberg versorgt.

Diese und weitere Fragen sind für mich, nach intensiver Rechersche, immer noch unbeantwortet. Um ein möglichst dezidiertes Bild für alle interessierten Bürger aufzeigen zu können möchte ich an dieser Stelle um Kommentare und Stellungnahme der Umfahrungsbefürworter bitten!


Mir ist sehr wohl bewusst, dass zu dem geplanten Tunnel ähnliche Fragen zu stellen sind (Grundwasser, Kosten etc.). Zu diesen Fragen werde ich in einem späteren Post kommen.

2 Kommentare:

  1. Frage:
    In wie weit ist der geplante B2-Tunnel keine zumutbare Alternative? Insbesondere, da durch die geplanten Umfahrungen Naturschzugebiete betroffen sind. Sowohl durch bauliche Maßnahmen, als auch durch Abgasbelastungen, die sich über weite Flächen verteilen, sowie möglichen Unfällen mit Schadstoffbeladenen LKW?

    Antwort:
    Der B2-Tunnel würde noch mehr Verkehr auf und in unsere Stadt konzentrieren als wie wir es heute bereits erleben. Allein die Hanfelderstr. ist bereits mit täglich rund 13.000 PkW und 1.000 LkW deutlich überlastet (diese Istzahlen sind übrigens die Prognosen für 2025). Ein Großteil dieses Verkehrs soll bei einem Tunnel dann über die Westumfahrung nach Maxhof und dann zusammen mit dem Verkehr der B2 aus Weilheim nach Starnberg und durch den Tunnel geführt werden. Diese Leistungsfähigkeit hat der Tunnel nicht und die 3 Ampeln nach dem Tunnel würden einen Rückstau verursachen, so dass vor dem Tunnel nur mehr Blockabfertigung möglich wäre. Der Verkehr fließt damit weder in noch unter Starnberg. Stehender Verkehr verursacht erheblich mehr Schadstoffausstoß und Feinstaub. Die Abgase verteilen sich ungefiltert an den Tunnelportalen und über den Schornstein am Schloßgarten auf die Stadt. Gerade unsere Schulden wären da mit sehr hohen Konzentrationen betroffen. Unfälle mit schadstoffbelasteten LkWs in der Stadt oder im Tunnel wäre absolut katastrophal - aber genau die würden mit einem Tunnel durch Starnberg hindurchgeführt werden.

    Frage:
    Welche Ausgleichflächen sind vorgesehen um die betroffenen FFH-Gebiete zu ersetzen, sollten sie bebaut werden dürfen.

    Anwort:
    In der Frage wird damit ein Teil der ersten Frage beantwortet (Ausgleichsflächen bei FFH.Gebieten). Diese Ausgleichsflächen gehen aus einer dezitierten Planung mit der obersten Straßenbaubehörde hervor. Dazu muss man aber erstmal mit der Straßenbaubehörde in eine solche Planungsphase kommen - was seit Tunnelplanung und damit über 30 Jahre verwehrt wurde. Eine Umfahrung wird nicht alleine von der Stadt, sondern immer auch mit den zuständigen Behörden geplant und realisiert.
    Eine Umfahrung berührt an manchen Stellen FFH-Gebiet, aber nicht auf der gesamte Länge. FFH-Gebiet ist kein Hinderungsgrund für einen Straßenbau - wie bei vielen anderen Umfahrungen in Bayern auch.

    Frage:
    Werden die Anwohner der geplanten Umfahrung (welche Alternative bevorzugt wird ist unerheblich) durch den Verkehr nicht zusätzlich belastet und welche Maßnahmen werden dagegen getroffen?

    Antwort:
    Mit dem Verkehrsentwicklungsplan (VEP) wird sich die WPS dafür einsetzen, dass keine Anwohner zusätzlich belastet, sondern hinsichtlich Verkehr vor Ihrer Haustür zukünftig entlastet werden. Wir wollen ja den Verkehr aus der Stadt bringen.

    Frage:
    Inwieweit sind die Wasserschutzgebiete betroffen? Eine angesprochene NordOst-Umfahrung zum Beispiel führt durch mindestens ein Wasserschutzgebiet mit einem Trinkwasserbrunnen der die Stadt Starnberg versorgt.

    Antwort:
    Wo ist das Problem, bereits eine in Kürze fertig gestellte Westumfahrung geht durch Wasserschutzgebiet. Bei der Brücke über die Maisinger Schlucht hat es seit 40 Jahren keine Fragen oder Probleme gegeben. In Peißenberg wurde 2013 eine Umfahrung durch das Ammermoos fertig gestellt.

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    1. Vielen Dank für Ihren Beitrag und die ausführlichen Informationen und Antworten. Wir freuen uns auf weitere Kommentare und Antworten zu allen folgenden Beiträgen bzw. Fragen,

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