1.Werden auch Tanklastwagen über die Straße, die durch das Wasserschutzgebiet führen soll, geleitet? (Tanklastwägen und naturgefährdende Stoffe dürfen dort nicht umgeleitet werden) (Wasserschutzzone 2, Eingeschränktes Baurecht für Straßen)In Deutschland gilt die StVO: Verkehrsschild 261 (Tunnel) oder 354 (Wasserschutzgebiet). In Deutschland sind beim Bau von Straßen in Wasserschutzgebieten die Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten (RiStWag) zu beachten. Diese Baumaßnahmen nach RiStwag erhöhen die Baukosten, verhindern aber nicht die Machbarkeit.
2. Wie
stellen Sie sich den Schlosspark mit dem Entlüftungsrohr vor und die
dort ankommende schlechte Luft, wo der Park doch gerne als Ruheort
gesehen wird?Das bestimmt
alleine der Bund. Starnberg muss hinnehmen, was kommt. Nehmen Sie bitte
Akteneinsicht im staatl. Bauamt Weilheim, so wie wir. Die Angaben zum
Kamin sind spärlich: 230 m3 Autoabluft werden aus dem Kamin mit einem lichten Querschnitt von 13 m2
pro Sekunde ausgeblasen. Die Höhe des Kamins wird als größer als die
umstehende Bäume angegeben (30 m?). Unter dem Parkplatz vor der
Schlossbrücke ist eine Ventilatorenhalle,
in der Tag und Nacht lärmende elektrische Turbinen mit über ca. 30 kW
arbeiten. Energiesparen geht anders. Wegen der Brandgefahr im Tunnel
müssen die Lüfter auch bei 400°C arbeiten können. Ein Filter ist
definitiv nicht vorgesehen. Die Druckbelüftung der Notausgänge ist nicht
geplant.
3. Wer soll eine der elf Varianten für die Lösung der Umfahrung aussuchen?Da
die Umfahrung von der Stadt in kommunaler Sonderbaulast gebaut wird,
beauftragt die Stadt in Absprache mit dem Stadtrat nach Ausschreibung
ein geeignetes Ingenieurbüro. Die BLS empfiehlt das Büro Wagner für eine
Weiterführung der Planung der Jann Trasse.
4. Wo wird der Verkehr während der Tunnelbauzeit (B2) umgeleitet?Das
bestimmt alleine der Bund. Starnberg muss hinnehmen, was kommt. Jede
Lösung in der Stadt erfolgt auf dem Rücken der Bürger und Geschäftsleute
während der über 6-jährigen Bauzeit.
5. Wie sieht die Realisierung der Brücke durch das FFH-Gebiet bei der Nord-Ostumfahrung aus?Die
Realisierung von Brücken dieser Art ist Standard. Die Brücke der Jann
Trasse führt allerdings nicht durch sondern allenfalls über FFH Gebiet –
mit der Einschränkung, dass eine Kreuzung der Staatsstraße St2063 mit
der Straße von Hanfeld unter der Brücke liegt. Beide Straßen sind
großflächig vom FFH ausgenommen, sind also definitiv „Nicht-FFH“
Flächen. Den Straßenasphalt als „empfindliche Natur“ zu bezeichnen, ist
zynisch. Zur Erläuterung: Die Dokumentation der ausgenommenen
Verkehrsflächen (ca. 22 ha = 35 Fußballfelder) innerhalb der FFH-Grenzen
können beim Freistaat eingesehen werden. Die Bürgerliste hat Pläne
entwickelt, wie die heutigen Verkehrsflächen im FFH-Gebiet durch die
Jann-Trasse drastisch renaturiert werden könnten.
6.
Bei der Realisierung der Umfahrung geht es durch das FFH-Gebiet, welche
Flächen gedenken Sie hierbei als Ersatzflächen auszuweisen?s. Pos. 5. Keine, weil die Jann Trasse nicht durch FFH Gebiet geht.
7. Wie lange wird es dauern, eine Genehmigung für eine Umfahrung, die durch das FFH-Gebiet verläuft, einzuholen?s. Pos. 6
8. Wie lange dauert es, bis eine Umfahrung tatsächlich realisiert werden würde? Geben Sie Gründe für Ihre Einschätzung an:Nehmen
Sie bitte Akteneinsicht beim Staatl. Bauamt Weilheim, so wie wir. Die
Umfahrung Unter/Oberbrunn in der heutigen ortsfernen Trassierung wurde
2006 beschlossen und 2012 dem Verkehr übergeben. An der Straße liegt es
nicht, wenn es länger dauert, sondern an Neinsagern und Verhinderern im
Stadtrat. Diese sollten am 19.4.2015 besser nicht gewählt werden.
9. Die Schadstoffgrenze in Starnberg ist überschritten, wie helfen hierbei der Tunnel bzw. die Umfahrung?Im
Fall Tunnel bestimmt das alleine der Bund. Starnberg muss hinnehmen,
was kommt. Im Fall Umfahrung die Stadt Starnberg das in der Hand. Die
B2-Durchfahrt von Starnberg mit oder ohne Tunnel gehört nicht in die
Stadt. Mit der Umfahrung können folgende Straßen im Wohnbereich zu
Ortsstraßen abgestuft werden: Hanfelder Straße 2,1 km, Söckinger Straße
3,8 km, Gautinger Straße 1,9 km, B2 4,0 km, Possenhofener Straße 2,1 km.
Summe 14 km. Mit der Abstufung ist eine drastische Verkehrsreduzierung
auch der Nebenstraßen verbunden. Das ist nicht möglich mit einem Tunnel,
der zusätzlichen Verkehr in die Stadt zieht.
10. Wie schätzen Sie das Kosten/Nutzenverhältnis auf Hinblick auf den Tunnel und die Umfahrung ein?Zuvor: Es heißt sinnvollerweise Nutzen-Kosten-Verhältnis
(NKV). Das Verfahren (NKA) wird präzise vom Freistaat vorgegeben. Bitte
selber nachlesen: „Bewertungsverfahren … für die Staatsstraßen in
Bayern Teil: Nutzen-Kosten-Analyse“. Nach unserem Wissen gibt es zum
Tunnel nur eine Berechnung von 2005 (IVV-Studie): Ortsnahe Umfahrung mit
Westtangente NKV=2,57. Der B2-Tunnel hat NKV=2,73 allerdings bei
angenommenen Tunnelbaukosten von 79 Mio. €. Nach dem heutigen Wissen
müssen die Tunnelkosten realistisch mit 200 Mio. € angesetzt werden.
Damit läge der Tunnel bei NKV=1, was die Aufnahme in den
Bundesverkehrswegeplan ausschließt. Die Staatsstraßen-Umfahrungen in
Bayern, wie die Jann Umfahrung, haben im Mittel ein NKV=3,5.
11. Im
Leitfaden zur FFH-Verträglichkeitsprüfung im Bundesfernstraßenbau,
Ausgabe 2004 wird festgehalten, dass FFH-Gebiete nur dann tangiert
werden dürfen, wenn es keine zumutbare Alternative gibt und auch dann
nur unter strengsten Auflagen. Was sagen Sie dazu?Zur
Jann Umfahrung ist uns keine Alternative bekannt. Der Tunnel ist es
definitiv nicht. Er löst beispielsweise nicht das Problem des
Verbindungsverkehrs zwischen A95 und A96 oder des B2/A952-Verkehrs bei
Percha, Heimatshausen, Wangen etc..
12. In welchem Maße würde die Umfahrung das Naturschutzgebiet belasten? (nicht nur zerstören sondern langfristig schädigen)s.o.
13. Inwieweit sind Leutstetten und Hanfeld von Umfahrung belastet?Alle
Ortsteile von Starnberg werden mit der Jann Umfahrung weiträumig
umfahren. Das gilt auch für Hanfeld. Für Leutstetten wurde von der
Bürgerliste eine Lärmberechnung in Auftrag gegeben, die keine
Lärmbelastung ausweist.
14.Wie wird für die Sicherheit im Tunnel im Falle eines Unfalls gesorgt? (Notausstieg etc.)Das
wird eine Planung vom Bund sein, die Starnberg hinnehmen muss. Leider
ist das keine Entscheidung des Stadtrats. Das Sicherheitskonzept laut
Planfeststellung ist veraltet (2006). So sind Notausstiege alle 50 m
statt 300 m (s. Bundesanstalt für das Straßenwesen H69 von 2009) und
eine zweite Tunnelröhre (für Gegenverkehr oder Rettung) heute Standard.
15.Warum reicht der Tunnel nur bis zur Höhe von Mc Donalds?
Weil
der Bund entschieden hat, keine Verlängerung zu bezahlen und Starnberg
schlicht nicht das Geld dafür hat. (s. Beschluss des Stadtrats)
16. Kann es eine Verlängerung des Tunnels geben?
Eine
Verlängerung müsste Starnberg finanzieren. S. Pos. 15. Sie würde weit
mehr kosten, als die Jann-Umfahrung. (s. Beschluss des Stadtrats)
17. Wie
ist für die Sicherheit der Fußgänger, insbesondere der Schulkinder, die
bei den jeweiligen Tunnelein- bzw. Ausgängen gesorgt? (Gymnasium
Starnberg, Schlossbergschule).
Die
Planfeststellung B2-Tunnel enthält keine Angaben dazu. Bitte beim
Staatlichen Bauamt Weilheim diesbezüglich nachfragen. Die Gestaltung der
B2 bestimmt wie in der Vergangenheit alleine der Bund – die Stadt hat
da leider nichts zu melden.
18. Ein
hydrologisches Gutachten des Straßenbauamtes aus dem Jahre 2005 besagt,
dass der Tunnel auf fast ganzer Strecke im Grundwasser liegt. Können
Sie hierbei erklären, wie für die Reinhaltung des Wassers und die
Sicherheit beim Tunnelbau gesorgt ist?Nach
unserer Akteneinsicht ist das o.g. Gutachten 2009 total überarbeitet
worden. Die Bedenken sind eher größer geworden. Auch hier entscheidet
der Bund und Starnberg muss hinnehmen, was kommt. Die Fischzuchtanlage
in Starnberg ist einzigartig in Bayern, weil sie ausschließlich mit
Quellwasser gespeist wird und damit einzigartige Ergebnisse liefert.
Damit ist es nach dem Tunnelbau vorbei. Zur Sicherheit beim Bau gibt es
in den Akten keine Hinweise. Auch hier entscheidet der Bund und nicht
der Stadtrat. Die Bohrung muss nach unseren Informationen unter
Überdruck durchgeführt werden, da eine Vereisung nicht ausreicht. Die
Bohrmannschaft muss in kurzen Schichten fahren und dann dekomprimiert
werden. Die Tunnelwände müssen möglicherweise auch noch in der
Betriebsphase vereist werden, um dem Wasserdruck standzuhalten. Riesige
Dükeranlagen müssen regelmäßig von Schlammtauchern gesäubert werden. Bei
Brand muss die Starnberger Feuerwehr einrücken. Das sollten die
Angehörigen wissen.
Was
hat es mit den Aussagen, dass Herr Dobrindt gesagt hat, dass der Bund
den Tunnel neu bewerten lässt und den Kosten-Nutzen-Faktoren, sowie der
nicht Finanzierbarkeit des Tunnels auf sich? (die Umfahrungs-Befürworter
geben dies an).Bezüglich NKV
s.o. Bitte selber in den einschlägigen Richtlinien für eine Aufnahme in
den BVWP (Grundkonzeption zum BVWP 2015-2030 ) nachlesen. Es muss auf
jeden Fall eine Neubewertung des Tunnels durchgeführt werden. Starnberg
bekommt bei den 2.000 Bundesprojekten sicher keine Extra-Wurst. Das ist
eine Entscheidung alleine des Bundes und nicht des Stadtrats. Das NKV
bestimmt die Einordnung in eine Prioritätenliste, die in den Folgejahren
nach Vorliegen von Finanzmitteln abgearbeitet werden kann. Nach 2030
werden die verbliebenen Projekte neu geprüft, fliegen raus oder stehen
für den nächsten BVWP an. Bei einem NKV=1 ist die Chance einer
Realisierung bei Null. Das ist auch der Grund, warum der Tunnel von Jahr
zu Jahr und Wahlkampf zu Wahlkampf weitergeschoben wird und nichts
vorangeht, obwohl die Baugenehmigung seit über 8 Jahren vorliegt und in
dieser Zeit immer eine Mehrheit im Stadtrat für den Tunnel vorlag.
zu Frage 8: Von den Seiten des Staatlichen Bauamts Weilheim:
AntwortenLöschenhttp://www.stbawm.bayern.de/strassenbau/projekte/st2069_umf_ober_unterbrunn.php
St 2069, Umfahrung Oberbrunn- Unterbrunn in kommunaler Sonderbaulast mit der Gemeinde Gauting
....
Chronologie der Planung:
1982 Raumordnungsverfahren für den Neu- bzw. Ausbau der Staatsstraße 2069
1984 landesplanerische Abwägung
1996 Machbarkeitsstudie für die Umfahrung von Unterbrunn
1999 Vorentwurf für die Umfahrung Unterbrunn
1999 Antrag auf gemeinsame Umfahrung von Unterbrunn und Oberbrunn
17.11.2005 haushaltsrechtliche Genehmigung des Vorentwurfs
2006 Verschiebung der Trasse Richtung Westen, da Finanzierung in kommunaler Sonderbaulast
2007 Abstimmung der Trasse mit Betroffenen und Trägern öffentlicher Belange
Juni 2009: Abschluss der Vereinbarung zur kommunalen Sonderbaulast mit der Gemeinde Gauting
Juni/Juli 2009: Einleitung der Verfahren zur Erlangung des Planungsrechtes
März 2010: Beantragung von Zuwendungen des Freistaates Bayern.
21.05.2010: Unterzeichnung der Bauvereinbarung durch Bürgermeisterin Brigitte Servatius und Ltd. BD Günter Grafwallner
Baubeginn 30.08.2010 mit den Bauwerken
Veröffentlichung der Straßenbauausschreibung Oktober 2010.
Baubeginn Straßenbau und Rodung: Februar 2011.
Ziel: Fertigstellung bis Ende 2012
Da frage ich mich, wie die BLS auf eine Planungs- und Bauzeit von 6 Jahren kommt (2006-2012). Wurde da wieder die Planungszeit einfach unterschlagen?
zu Frage 18:
AntwortenLöschenDie Fischzuchtanlage in Starnberg wird wohl umstellen müssen auf
Fischstäbchen und Trockenfisch.
Es herrscht "gespanntes Wasser" bei einem Wasserdruck von ca. 8 bar Überdruck, tolle Arbeitsbedingungen. Einige von den Probebohrungen
(insges. 30 St.) konnten nur mit Mühe wieder verschlossen werden.
Der Tunnel kreuzt / durchschneidet den Grundwasserstrom deshalb müssen diese riesigen Dükeranlagen gebaut werden.
Oder wie ein Tunnelgegner sagte: Der Tunnel wird der Größe ganzjährig befahrbare Übungskanal für die Starnberger Wasserwacht und Feuerwehr.
Ich darf an die Baustellen Seearkaden (2 tes Tiefgaragengeschoß immer noch naß) und die Kleinbaustelle -Pumpenschacht- in der Gautinger Str. erinnern.
Die Antworten der Wps entsprechen dem gewohnten Habitus - es wird gelogen daß sich die Balken biegen
AntwortenLöschenMöchten Sie auch ein oder zwei Belege anführen? Das würde anderen Lesern das Abwägen erleichtern. Vielen Dank im Voraus!
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